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Galerie > Gallerie Clement > Vögel / Birds > Bläßhuhn / Eurasian Coot (Fulica atra)
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Bläßhuhn (Fulica atra), Eurasian Coot

Das Blässhuhn (Fulica atra) ist eine mittelgroße Art aus der Familie der Rallen, die als einer der häufigsten Wasservögel bevorzugt auf nährstoffreichen Gewässern anzutreffen ist. Die Art ist über große Teile Eurasiens verbreitet und kommt darüber hinaus in Australasien vor.
Die Art wird bisweilen auch „Blässralle“ genannt, um auf die korrekte taxonomische Einordnung hinzuweisen. Die alternative Schreibweise mit e (Blesshuhn, Blessralle), die auf die namengebende Blesse hinweist, wird ebenfalls oft verwendet.

Lebensraum:

Das Blässhuhn kommt als Brutvogel an stehenden oder langsam fließenden Gewässern vor, an denen flache Ufer und eine als Nistplatz geeignete Ufervegetation wie beispielsweise eine gut ausgeprägte Röhrichtzone oder ins Wasser ragende Gebüsche vorhanden sind. Optimalerweise sollte es neben flachen, krautigen Stellen auch offene Wasserflächen geben. Das Wasser muss einen hohen oder mittlereren Nährstoffgehalt aufweisen. Besonders nährstoffarme Gewässer werden weitgehend gemieden – die Art fehlt daher oft an Bergseen. Während Brackwasserlagunen durchaus angenommen werden, brütet das Blässhuhn an der Meeresküste nicht.
Da die Größe des Gewässers eine untergeordnete Rolle spielt, findet man das Blässhuhn bisweilen auch an kleinen Waldtümpeln oder an Überschwemmungsflächen in Bruchwäldern. Auch in Bezug auf die Umgebung ist die Art tolerant. Sie kommt teils auch an Gewässern in geschlossenen Waldgebieten oder in ausgeräumter Landschaft vor. Bevorzugt wird aber ein Mosaik aus Röhrichten, feuchtem Grasland, kleinen Hügeln oder Inselchen und Gebüschen.
In Mitteleuropa brütet das Blässhuhn an eutrophen Flachwasserseen, Fisch- und Klärteichen, an verlandenden Moorstichen oder Entwässerungsgräben, Kiesgruben, Baggerseen und Rückhaltebecken, an langsam fließenden Flüssen und Altwässern. Auch im Siedlungsbereich ist es häufig zu finden, wo es beispielsweise an Teichen in Parks vorkommt.

Fortpflanzung:

Blässhühner werden im ersten Lebensjahr geschlechtsreif, brüten allerdings erstmals oft erst im dritten Kalenderjahr. Die Paare finden sich meist zu einer monogamen Saisonehe zusammen. Wiederverpaarungen in mehreren Folgejahren oder Paarzusammenhalt im Winterhalbjahr sind jedoch nicht ungewöhnlich. In der Regel gibt es eine Jahresbrut, häufig aber auch zwei. Vor allem bei erfahrenen Vögeln wurden auch drei und in seltenen Fällen vier nachgewiesen. Bei Gelegeverlust kann es bis zu fünf weitere Nachgelege geben.
Die Paarbildung erfolgt meist schon auf dem Zug, teils aber auch erst am Brutplatz. Reviere werden in Mitteleuropa teils schon im Winter verteidigt, meist aber erst zwischen Februar und Anfang März besetzt. Der Nestbau kann in ab Februar beginnen. Die Legezeit beginnt frühestens ab Anfang März, liegt meist zwischen Anfang/Mitte April und Ende Juli und kann sich bis in den August hinein erstrecken. Ein Gipfel kann lokal oder von Jahr zu Jahr sehr unterschiedlich ausgeprägt sein. Im Westen des Verbreitungsgebiets liegt die Brutzeit bis zu einen Monat früher, im Norden und Osten bis zu einem Monat später.
Die Nistplatzwahl erfolgt vermutlich durch das Männchen, das oft erst an mehreren Stellen Nestunterlagen baut, bevor es sich für eine entscheidet. Meist befindet sich der Nistplatz gut gedeckt in der Ufervegetation in der Nähe des offenen Wassers, nicht selten kann er aber auch ganz frei stehen. Oft befindet sich das Nest in Röhrichten oder Seggenbeständen, häufig aber auch in Weidenbüschen oder herunterhängenden Ästen anderer Bäume. Der überwiegende Anteil der Nester befindet sich im Wasser – die meisten schwimmend, manche auf einer festen Unterlage. Die Minderheit wird am Ufer oder auf Inseln auf festem Grund errichtet.
Das Nest ist ein umfangreicher Bau aus Pflanzenmaterial, das aus der näheren Umgebung herangetragen wird. Meist besteht es aus Halmen von Schilf, Rohrkolben, Teichsimsen oder anderen Uferpflanzen, bisweilen auch aus Zweigen oder Ästen. Seltener werden Blätter von Schwimmpflanzen verbaut. Das Nest kann je nach Standort sehr im Umfang variieren und in einen gröberen Unterbau und einen feineren Oberbau gegliedert sein. Der Außendurchmesser liegt meist zwischen 25 und 55 cm, die Höhe bei 8–28 cm. Die 16–30 cm breite und 3,5–10 cm tiefe Mulde wird mit feinerem Material, teilweise auch mit Gras oder Blättern ausgekleidet. Bisweilen führen eine oder mehrere breite „Rampen“ auf das Nest. Manchmal werden auch neben dem Nest emporwachsende Halme zu einer tunneligen Haube verflochten.
Beide Geschlechter bauen am Nest, jedoch oft in sehr unterschiedlichen Ausmaßen. Oft trägt das Männchen einen Großteil des Materials herbei, das vom Weibchen verbaut wird.
Die Zeit, in der ein Nest fertiggestellt wird, variiert zwischen 1 und über 20 Tagen. Auch während der gesamten Brutzeit wird noch am Nest weitergebaut. Es kann sogar passieren, dass Eier mit eingebaut werden. Zusätzlich zum Brutnest baut das Männchen oft noch 1–2 Ruhenester.
Das Gelege besteht aus 5–10 glanzlosen oder schwach glänzenden Eiern von etwa 53 x 36 mm Größe, die auf beigem bis hellgrauem Grund fein rotbraun bis schwarz gepunktet sind. Gelege mit mehr als 14 Eiern stammen von mehreren Weibchen, kleinere Gelege von 3–4 Eiern treten oft bei Erstbruten auf.
Die Bebrütung beginnt mit dem dritten oder vierten Ei und dauert zwischen 19 und 24 Tagen. Nachgelege werden oft von Anfang an bebrütet. Beide Eltern teilen sich das Brutgeschäft, wobei das Weibchen länger und öfter brütet.[15] Bei Erstgelegen schlüpfen die Jungen recht synchron innerhalb von 2–5 Tagen, bei Nachgelegen im Abstand von 1 Tag.
Junge Blässhühner sind Nestflüchter, die bereits nach kurzer Zeit schwimmen können, die aber meist noch 2–4 Tage im Brutnest gehudert und gefüttert werden und noch etwa eine Woche dort schlafen. 4–5 Wochen werden die Jungen von den Eltern im Familienverband geführt und gefüttert. Dabei hält sich ein Teil der Jungen an den Vater, ein Teil an die Mutter. Diese kümmern sich jeweils nur um „ihren“ Teil. Das Männchen baut Ruhe- und Schlafnester für die Jungen, auf denen sie teils auch noch länger gehudert werden. Mit acht Wochen sind die Jungen flügge und selbstständig, bleiben aber oft noch lange im Revier.

Mortalitätsursachen:

Zu natürlichen Ursachen, die einen Bestandsrückgang zur Folge haben, gehören Gelegeverluste durch starke Wasserstandsschwankungen, hohe Mortalitätsraten in extrem kalten Wintern und Massensterben durch Botulismus und Wurmbefall. Pestizidbelastungen und der Tod in Stellnetzen und Bisamrattenfallen zählen ebenfalls zu den wesentlichen Todesursachen.
Von den Jungvögeln sterben im 1. Lebensjahr zwischen 75 und 87 Prozent, von den zweijährigen Vögeln erleben 48 bis 72 Prozent nicht das nächste Lebensjahr. Der älteste Ringvogel, der bislang gefunden wurde, ist ein in Dänemark aufgefundener Vogel, der 20 Jahre und sieben Monate alt wurde.

Bestand:

Der europäische Gesamtbestand wird auf 1,3 bis 2,3 Millionen Brutpaare geschätzt. Zu den europäischen Ländern mit jeweils mehr als 100.000 Brutpaaren gehören Russland, Polen, Deutschland, Niederlande, Ungarn, Rumänien und Frankreich. In Mitteleuropa ist das Blässhuhn weit verbreitet. Es kommt von Tieflagen bis in Höhenlagen von 1.400 Meter vor. Der mitteleuropäische Bestand wird auf 410.000 bis 750.000 Brutpaare geschätzt.
Grundsätzlich haben die europäischen Bestände von Blässhühnern in den letzten Jahrzehnten zugenommen. Die Art hat dabei von einer Eutrophierung von Gewässern, der Einwanderung der Dreikantmuschel Dreissena polymorpha, einer Verringerung des Jagddrucks in Mitteleuropa, der Schaffung neuer künstlicher Gewässer und der Zunahme von Winterfütterung profitiert. Parallel nutzt die Art auch zunehmend Gewässer in Städten und war in der Lage, auf Grund günstiger klimatischer Bedingungen das Areal in Nordeuropa deutlich auszuweiten. Diesem Trend steht eine regionale Abnahme gegenüber, die zum Teil sehr drastisch ist. In Baden-Württemberg sind die Bestände so stark zurückgegangen, dass die Art in der Roten Liste aufgenommen wurde. In Brandenburg kam es lokal zu Rückgängen der Brutbestände um mehr als fünfzig Prozent. In Ungarn, Tschechien und gebietsweise auch der Slowakei und Polen gab es seit den 1970er-Jahren zum Teil erhebliche Bestandseinbußen durch Lebensraumverluste. In Russland spielt beim Bestandsrückgang neben dem Lebensraumverlust auch eine intensive Bejagung eine Rolle.

Quelle: Wikipedia, Der Kosmos Vogelführer

Foto: Germany, Baden-Württemberg, Mannheim

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Datei-Information
Dateiname:Blaesshuhn_gaehnt.JPG
Name des Albums:Clement / Bläßhuhn / Eurasian Coot (Fulica atra)
Schlüsselwörter:bläßhuhn / wasser / eurasian coot / focha común / nokikana / folque macroule / folaga / szárcsa / meerkoet
Dateigröße:505 KB
Hinzugefügt am:12. Januar 2018
Abmessungen:1104 x 733 Pixel
Angezeigt:46 mal
URL:http://natur-im-focus.eu/displayimage.php?pid=5926
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